Vorstellung Toyota GT86: Gelungene Rückkehr in Sportwagen-Szene

29. Juni 2012


Toyota kann nicht nur im Motorsport – und dort speziell in der Rallye-Szene – auf eine überaus erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Auch unter den Serienmodellen, der Sports 800, der 2000 GT, die Corolla-Version AE 86 oder Supra und MR2 sind nur einige Beispiele, konnte ein fahrerisch ambitionierter Kunde stets einen Sportwagen oder zumindest ein sehr sportiv ausgelegtes Fahrzeug finden, ehe Toyota Mitte der 90er-Jahre aus vielerlei Gründen mit dieser Tradition brach. Mit dem GT86 kehren die Japaner nun ins Sportwagen-Segment zurück.Der 2+2-Sitzer mit Frontmotor und Heckantrieb entstand in Zusammenarbeit mit dem Allianz-Partner Subaru und das motorsportliche Know-how der beiden Unternehmen wurde bestens genutzt. Denn der GT86 überzeugt sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke vor allem durch seine Fahrdynamik, das präzise Ansprechen auf Gas- und Lenkbefehle, die direkte Lenkung und ein jederzeit kontrollierbares Fahrverhalten. Vorausgesetzt, man wird nicht zu übermütig und versucht, physikalische Gesetze auszuhebeln. Derlei Voraussetzungen schaffen selbst Toyota-Ingenieure nicht.Ein Auto für Freude am FahrenEin Fahrer-Auto also per excellence, das wirklich Freude am Fahren vermittelt. Da man bewusst auf einen Turbo verzichtet hat und sich für den 2,0-Liter-Subaru-Boxermotor als Antriebsquelle entschied, musste dieser modifiziert werden. Schließlich stand ein hoch drehender Saugmotor im Lastenheft, der eine Literleistung von 100 PS realisieren sollte. Die Lösung: Die Integration einer neuen Toyota-Direkteinspritzung D-4S. Diese Kombination aus Direkteinspritzung und Saugrohreinspritzung mit zwei separaten Einspritzdüsen pro Zylinder ermöglicht in allen Drehzahlbereichen ein homogenes Kraftstoff- und Luft-Gemisch und damit viel Leistung und Drehmoment und spontanes Ansprechverhalten.Diese Theorie kann man auch jederzeit in der Praxis erleben, wobei das kurz abgestufte manuelle Sechsgang-Getriebe, nach Ansicht von Toyota wird diese Ausführung zu 85 Prozent geordert werden, der Sechsgang-Automatik vorzuziehen ist. Dabei sind die Leistungsdaten gar nicht so beeindruckend. Eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h und 7,6 Sekunden für den Sprint von null auf 100 Kilometer für einen Sportwagen reißen einen nicht vom Hocker. Allerdings sagt einem das Gefühl etwas ganz anderes, und das ist bei dieser Spezies von Autos überwiegend kaufentscheidend.Funktionalität ist TrumpfDas sportive Design des äußeren Blechkleides findet seine Fortsetzung im Innenraum. Das auf den Fahrer ausgerichtete Cockpit ist sehr übersichtlich. Die Gestaltung und Anordnung aller Bedienelemente und Anzeigen ist auf Funktionalität getrimmt, und man braucht kein Handbuch, um auf Anhieb klarzukommen. Das dreiteilige Kombi-Instrument wird von dem zentral platzierten Drehzahlmesser dominiert, in dem eine Geschwindigkeitsanzeige sowie eine rote Warnleuchte untergebracht sind, die dem Fahrer bei 7.400 Umdrehungen die nahende Drehzahlbegrenzung signalisiert.Die Sportsitze bieten guten Komfort und mehr als ausreichenden Halt bei Längs- und Querbeschleunigung. Allerdings ist die Sitzposition wegen des tiefsten Hüftpunktes von nur 400 Millimetern so tief, dass man sich erst daran gewöhnen muss. Die Käuferschicht, die sich für den GT86 interessiert, dürfte dies jedoch wenig stören. Ebenso wenig der Basispreis, der nur wenig über 30.000 Euro liegt. Und dafür erhält man eben nicht nur eine Menge Auto, sondern noch viel mehr Fahrspaß. Der avisierte Absatz von 3.600 Einheiten im ersten vollen Verkaufsjahr sollte also kein Problem sein. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)
      

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