Westeuropäischer Pkw-Markt legt im Mai spürbar zu

17. Juni 2011


Der westeuropäische Automobilmarkt ist – nach schwachen Vormonaten – im Mai spürbar gewachsen: In Westeuropa wurden mit knapp 1,2 Mio. Pkw rund acht Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahresmonat. Unter den vier großen westeuropäischen Automobilländern – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien – erwies sich der deutsche Markt erneut als Wachstumsmotor mit einem Plus von 22 Prozent. Frankreich legte um über sechs Prozent zu, Italien um rund vier Prozent, während der britische Markt um knapp zwei Prozent zurückging. In den übrigen westeuropäischen Ländern war das Bild durchwachsen: Während der Pkw-Absatz in den Niederlanden um mehr als ein Drittel stieg (36 Prozent) und in Norwegen um gut 31 Prozent zulegte, war in Portugal ein Minus von 24 Prozent zu verzeichnen, in Spanien betrug der Rückgang 23 Prozent. In den ersten fünf Monaten zeigte sich der Pkw-Markt Westeuropa annähernd stabil (minus ein Prozent) mit knapp 5,8 Mio. Neuzulassungen.

In den neuen EU-Ländern stieg die Pkw-Nachfrage im Mai um vier Prozent. Obwohl Polen und Tschechien, die beiden großen osteuropäischen Märkte, um jeweils rund drei Prozent zurückgingen, war die Nachfrage in den übrigen Märkten zumeist positiv. Im bisherigen Jahresverlauf wurden gut 305.000 Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Wachstum von mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Russland stiegen im vergangenen Monat, der zwei Arbeitstage mehr aufwies als der Vergleichsmonat 2010, die Neuzulassungen von Light Vehicles mit 235.200 verkauften Einheiten um knapp 48 Prozent. Seit Januar 2011 legte der Absatz insgesamt – bedingt durch das dortige Prämienprogramm – um 60 Prozent auf beinahe eine Million Einheiten zu.

Der US-amerikanische Light-Vehicles-Markt ging aufgrund steigender Benzinpreise, geringerer Incentives sowie Lieferschwierigkeiten japanischer Hersteller im Mai das erste Mal seit zehn Monaten zurück. Mit knapp 1,06 Mio. verkauften Einheiten wurden vier Prozent weniger Pkw und Light Trucks abgesetzt als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn stiegen die Light Vehicles-Verkäufe um rund 14 Prozent auf knapp 5,3 Mio. Einheiten. In Brasilien führte im Mai – neben zwei zusätzlichen Arbeitstagen – eine kontinuierliche Expansion von Verbraucherkrediten zu einer erneuten Belebung der Light-Vehicles-Verkäufe. 70 Prozent der Neuwagenkäufe auf dem dortigen Markt sind kreditfinanziert. Der Absatz von Pkw und Light Trucks wuchs mit über 300.000 verkauften Einheiten um gut 22 Prozent. Seit Jahresbeginn legte die Nachfrage auf dem brasilianischen Light Vehicles-Markt um über sieben Prozent zu.

Auf dem indischen Markt verzeichnete der Pkw-Absatz im Mai mit einem Anstieg von gut acht Prozent den geringsten Zuwachs seit zwei Jahren. Im Gesamtjahr 2010 war der indische Pkw-Markt noch um knapp ein Drittel gewachsen. Im bisherigen Jahresverlauf 2011 liegt das Plus bei gut 18 Prozent. Im vergangenen Monat dämpften steigende Benzinpreise und höhere Zinsen für Privatkredite die Nachfrage. In China stieg der Pkw-Absatz im Mai nur noch leicht um drei Prozent auf knapp 883.000 Einheiten. Neben dem Auslaufen des Prämienprogramms und gestiegenen Steuern auf Neuzulassungen beeinflussten auch dort Lieferprobleme japanischer Hersteller die Pkw-Verkäufe. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Absatz von Light Vehicles (ohne Utility) mit rund fünf Millionen Fahrzeugen noch um knapp zehn Prozent zu.

In Japan gingen die Pkw-Verkäufe zwar um ein Drittel zurück, doch war das Minus geringer als erwartet. Steigende Importe sowie ein im Prämiennachgang schwacher Vorjahreswert verhinderten ein noch schwächeres Ergebnis. Seit Jahresbeginn gingen die Pkw-Neuzulassungen um gut 30 Prozent zurück. (Auto-Reporter.NET/pha)

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