ZF lässt Krise hinter sich

14. Dezember 2010


Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen kann die Krise offenbar abhaken. Und das schneller als erwartet: „Wir haben unerwartet schnell in die Erfolgsspur zurückgefunden und erreichen 2010 einen Gesamtumsatz, der den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2007 noch übertrifft“, bilanziert der ZF-Vorstandschef Hans-Georg Härter das auslaufende Jahr. Seit damals hat der Zulieferer turbulente Zeiten durchlebt. Standen seinerzeit 12,6 Milliarden Euro Umsatz in den Büchern, waren es 2008 noch 12,5 Milliarden Euro, aber im Krisenjahr 2009 nur noch 9,4 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr erwartet ZF einen neuen Umsatzrekord mit Erlösen von 12,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Plus von 38 Prozent. Nach der Talfahrt 2009 hatte das Unternehmen eine so rasante Erholung Anfang des Jahres noch ausgeschlossen. Geplant wurde für 2010 nur mit einem Umsatzplus von rund einer Milliarde Euro.

Im Vergleich zu 2009 erzielte ZF in diesem Jahr in allen Regionen ein hohes Umsatzwachstum, besonders ausgeprägt war es in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Aber auch in Europa steigt die Produktion, getrieben vor allem vom Export im Pkw-Segment. Auch das Nutzfahrzeug-Segment hat im Jahreslauf deutlich zugelegt, und die Auftragseingänge sind stabil. In Russland verzeichnete das Gemeinschaftsunternehmen ZF Kama (Lkw-Getriebe) einen kräftigen Umsatzanstieg. In China brachte die starke Nachfrage nach Premium-Pkws u.a. einen steigenden Bedarf an Automatgetrieben und Elektrolenkungen mit sich. In Indien ist ein mit Hero Motors gegründetes Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Fahrwerktechnologie gut angelaufen. Der Zulieferer hat hier 2010 auch Werke für Getriebe und Achsen für Baumaschinen sowie Lkw-Getriebe eröffnet. In Brasilien speisten sich die hohen Wachstumsraten vor allem im Landmaschinen- und Lkw-Segment. In den USA entstand Ende 2009 ein eigens Produktionswerk für Achsen und Achsgetriebe. Ein großer Liefer- und Lizenzvertrag über 8-Gang-Automatgetriebe verspricht in Nordamerika in Zukunft einen steigenden Umsatz.

Verbunden mit den guten Geschäften konnten auch wieder Jobs geschaffen werden. In diesem Jahr sind bei ZF weltweit etwa 4.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden, rund 900 davon in Deutschland. Im kommenden Jahr will man weitere 3.000 Stellen schaffen; rund 1.000 hierzulande. Insgesamt beschäftigt ZF derzeit rund 64.000 Mitarbeiter. (Auto-Reporter.NET/arie)
   

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