Zweirad-Studie: Mehr Biker, ältere Maschinen und weniger Unfälle

24. Mai 2010

Im Süden Deutschlands wird überdurchschnittlich häufig Motorrad gefahren. Dagegen lässt die Begeisterung für Motorräder in den Stadtstaaten und in den östlichen Bundesländern merklich nach. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Auto Club Europa (ACE). Die Studie bestätigt, dass das Alter von Motorrädern und Motorradfahrern seit Jahren stetig steigt und die Zahl der Motorradunfälle langsam aber sicher sinkt.

Mit mehr als 600 Motorrädern auf 10.000 Einwohner nimmt Bayern einen absoluten Spitzenplatz im Bundesgebiet ein. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Rheinland-Pfalz (538), dem Saarland (532) und in Baden Württemberg (523). Ausgeprägte Lust auf Fahrspaß mit Frischluftfaktor kann auch Verkehrsteilnehmern in Hessen (488), Niedersachsen (465) und Schleswig-Holstein (463) attestiert werden. Mit 769.611 Zulassungen hat etwa jedes fünfte Bike seinen Standort in Nordrhein Westfalen. Trotzdem liegt dieses Bundesland mit 428 knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 460 Maschinen auf 10.000 Einwohner. Noch geringer ist die Quote in den östlichen Bundesländern. Mit 384 Motorrädern könnte man Brandenburg hier noch als Motorrad-Hochburg bezeichnen. Dahinter folgen Thüringen (359), Sachsen (323) und Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen-Anhalt mit je 313 Bikes auf 10.000 Landesbürger. Die Schlusslichter im bundesweiten Vergleich sind die Stadtstaaten Bremen (291) sowie Berlin und Hamburg (je 274).

Bei Verkehrsunfällen, an denen Motorradfahrer beteiligt waren, kamen im vergangenen Jahr 789 Verkehrsteilnehmer ums Leben, davon wurden 750 Motorradfahrer selbst oder deren Beifahrer getötet. Das ist der bislang niedrigste Stand innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Jahr 2000 starben noch 1.188 Menschen bei Motorradunfällen.

Obwohl die Zahl der Neuzulassungen gesunken ist, hat der Motorradbestand in den letzten zehn Jahren um etwa zehn Prozent auf 3.762.581 zugenommen (Stand 1.1.2010). Hinzu kommen noch einmal halb so viele zulassungsfreie motorisierte Zweiräder wie Mofas oder Leichtroller.

Deutlich angestiegen ist in den vergangenen zehn Jahren die Nutzungsdauer der Fahrzeuge: War ein Motorrad im Jahr 2000 noch durchschnittlich 9,3 Jahre alt, sind es jetzt bereits 13,7 Jahre. Damit wird das Pkw-Durchschnittsalter von 8,1 Jahren fast um 50 Prozent übertroffen. Nicht zwangsläufig verschlechtert sich laut Studie mit zunehmendem Alter jedoch der technische Zustand. Der ACE erklärt das mit geringeren Laufleistungen und einer offenbar intensiv betriebenen Pflege. 2009 schnitten Motorräder bei den Hauptuntersuchungen mit nur 1,6 Mängeln pro Fahrzeug als beste Fahrzeugklasse ab. Bei den Autos lag die Mängelquote bei immerhin 2,62.

Aber nicht nur die Fahrzeuge sind in die Jahre kommen, sondern auch deren Besitzer. Wie aus der Studie hervorgeht, werden fast 40 Prozent der in Deutschland zugelassenen Motorräder von Haltern im Alter zwischen 40 und 49 Jahren bewegt. Tendenz steigend. Die 40- bis 44-Jährigen, die 2007 noch die größte Haltergruppe ausmachten, wurden innerhalb von zwei Jahren von der Gruppe der 45- bis 49-Jährigen überholt.

Während in fast allen Altersgruppen über 50 Jahren der Motorradbestand zunahm, bricht der Biker-Nachwuchs in sämtlichen Altersgruppen bis zu den 49-Jährigen teilweise gravierend weg. Besonders krass ist das Minus bei den bis zu 17-jährigen Leichtkraftradfahrern mit 41 Prozent. Die Möglichkeit, bereits mit 17 Jahren den Autoführerschein zu machen, könnte ein möglicher Grund dafür sein, vermutet der ACE. Der ACE widerspricht allerdings der Annahme, die Gemeinde der Motorradfahrer würde vergreisen: Während der Anteil der über 60-Jährigen bei den Pkw-Besitzern schon 25,8 Prozent ausmacht, beträgt er bei den Motorradfahrern lediglich 11,2 Prozent. (auto-reporter.net/sr)

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